Gnadenlos verschluckt Berlin seine Bewohner. Gundula Schulze Eldowy (geb. 1954 in Erfurt) ist von den Milieus und der Härte der Stadt gleichzeitig fasziniert und abgestoßen. Sie dokumentiert Einsamkeit, Tristesse, Elend und Momente des Glücks von Künstlern, Arbeitern, Flüchtlingen oder Träumern. Die Fotografin lebt Tür an Tür mit den... [read more]
Gundula Schulze Eldowy . Die frühen Jahre
Gnadenlos verschluckt Berlin seine Bewohner. Gundula Schulze Eldowy (geb. 1954 in Erfurt) ist von den Milieus und der Härte der Stadt gleichzeitig fasziniert und abgestoßen. Sie dokumentiert Einsamkeit, Tristesse, Elend und Momente des Glücks von Künstlern, Arbeitern, Flüchtlingen oder Träumern. Die Fotografin lebt Tür an Tür mit den Porträtierten, hört ihnen nächtelang zu und versetzt sich in ihre Welt hinein. Ihre Fotografien von fast altmeisterlicher Kompositionstechnik entstehen aus Beziehungen, nicht aus Beobachtungen und stehen somit in einer Reihe mit den Werken von Nan Goldin, Boris Mikhailov oder Nobuyoshi Araki.
Ihre Konzeption der Unmittelbarkeit entwickelt sie Ende der 1970er Jahre in Anknüpfung an Diane Arbus, Paul Strand und Henri Cartier-Bresson. In der reglementierten Bildwelt der DDR sind ihre tabulosen Fotografien Fremdkörper, die nicht nur bei Funktionären, sondern auch bei den meisten Kollegen auf Skepsis und Ablehnung stoßen. 1990 verläßt sie Deutschland auf Einladung Robert Franks. Zugleich bricht sie mit dem Realismus der frühen Jahre und geht neue fotografische Wege.
C/O Berlin präsentiert in dieser Retrospektive ca. 120 Fotografien aus den Jahren zwischen 1977 und 1990. Neben bereits klassischen Bildern aus Zyklen wie „Berlin in einer Hundenacht“ und „Tamerlan“ ist der Farbzyklus „Der große und der kleine Schritt“ in seiner Gesamtheit erstmals in Berlin zu sehen. Zur Ausstellung erscheint im Lehmstedt Verlag ein zweiteiliger Katalog. Sie findet in Kooperation mit dem Kunstraum des Deutschen Bundestages und dem Lehmstedt Verlag statt, ist gefördert vom C/O's e.V., tip Berlin und Dinamix.
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magdalenab: Eintritt zur Eröffnung ist frei. Später 10€