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Ryuichi Sakamoto hat noch keine Reggae-Platte gemacht. Er hat auch noch kein Country-Album veröffentlicht. Davon abgesehen, hat er in den letzten 30 Jahren so ziemlich jede Musikrichtung schon mal gestreift. Am bekanntesten sind vielleicht die Alben mit dem Yellow Magic Orchestra, jener japanischen Band aus den späten 70ern, deren Einfluss auf die Welt des Technopop nur noch mit Kraftwerk vergleichbar ist. In mancher Hinsicht war das YMO eine Unterforderung. Für den klassisch ausgebildeten Komponisten Sakamoto waren elektronische Popsounds stets nur eine Musikwelt von vielen. Am deutlichsten wird das in seinen Filmkompositionen – in dem Oscar-prämierten Soundtrack zu Bertoluccis „Der letzte Kaiser“, zum Beispiel, der westliche Orchestermusik mit chinesischen Volksweisen verbindet. Oder in der Musik zu „Merry Christmas Mr Lawrence“ (mit David Bowie), einer Mischung aus 80er-Jahre-Synthiepop und japanischen Klängen. Die Experimentierfreude verbindet Sakamoto mit dem Künstler Carsten Nicolai, alias Alva Noto. Als Betreiber des Labels „noton“ (heute „raster-noton“) gehört er seit Mitte der 90er Jahre zu den Schlüsselfiguren der elektronischen Musik in Deutschland. Mit Ryuichi Sakamoto hat Alva Noto mehrere Alben veröffentlicht. Gemeinsame Auftritte, wie der beim New Fall Festival, sind dagegen selten.